Leitfaden „Kunstgeschichte und Bildwissenschaft"

Referat, Thesenpapier/Handout, Hausarbeit

I Recherchieren und Lesen von Fachliteratur
II Thesenpapier/Handout 
III Hausarbeit
IV Zitieren von Literatur

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I Recherchieren und Lesen von Fachliteratur

Erst Sehen - dann Lesen
Zunächst sollten Sie sich mit dem kunsthistorischen Objekt auseinandersetzen. Deshalb ist es wünschenswert, unmittelbar nach Übernahme eines Referats oder einer Hausarbeit sich so rasch wie möglich den kunsthistorischen Gegenstand (Bild, Skulptur, Foto, Bauwerk etc.) im Original anzusehen. Ist dieses aufgrund eines möglicherweise zu großen Aufwands nicht möglich, so ist es unerlässlich, sich sehr gute Abbildungen zu suchen, um eigene Beobachtungen treffen und Fragen an das kunsthistorische Objekt stellen zu können. Beginnen Sie schon in diesem Stadium mit der Deskription des Kunstobjektes und der Lektüre der Quellentexte, sofern es sich um ein kunst- bzw. achitekturtheoretisches oder wissenschaftshistorisches Thema handelt. Die Kunstgeschichte kennt ebenso wie unsere Nachbardisziplin, die Archäologie, zwei Arten von Quellen: visuelle bzw. materielle Quellen und Schriftquellen. Wer schon eigene Beobachtungen vorzugsweise am Original angestellt hat, wird die Fachliteratur anschließend kritisch zu lesen vermögen.

Ausgangspunkt der Literaturrecherche
Nun gilt es Fachliteratur zu recherchieren, um den Forschungsstand zu klären - und zwar sowohl im Bestand der UB Dortmund (Onlinekatalog OPAC), als auch in einschlägigen Bibliothekskatalogen. Um die Recherche frühzeitig und auf breiter Basis in Angriff nehmen zu können, sollten Sie sich erst einen Überblick verschaffen. Wenn Sie zum Beispiel das Thema „Das Goldene Wunder in der Petrikirche in Dortmund" übernommen haben, genügt es nicht, im OPAC 'nur' den Namen des Werks einzugeben. Ihnen entgeht dann möglicherweise die Fachliteratur, etwa zu Kunst im Mittelalter oder anderer Literatur zum Thema Kirchen in Dortmund. Unerlässlich ist zumeist auch die Recherche und Lektüre fremdsprachiger Literatur, denn die wissenschaftliche Diskussion wird international geführt.

Wenden Sie sich nicht an erster Stelle an Museen und andere Institutionen, um Informationen zu Ihrem Referatsthema zu erhalten. Dies ist aber erst nach Sichtung der einschlägigen Forschungsliteratur in Ausnahmefällen wünschenswert, und zwar nach Absprache mit der Seminarleitung.

Erster Überblick
Der Blick nach rechts und links ist unerlässlich und sollte bereits die Konsultation von Überblickswerken und einschlägigen Fachlexika prägen (Zeitraum, Künstler, Werk, Gattung etc.). Handbücher (Überblickswerke) und Lexika enthalten sowohl Querverweise als auch Literaturangaben. Gehen Sie diesen nach. Handbücher und Fachlexika stehen im Präsenzbestand. Zu den Handbüchern zählen zum Beispiel die Serien Pelican History of Art, Propyläen Kunstgeschichte oder Universum der Kunst. Einschlägige Fachlexika sind zum Beispiel Seemanns Lexikon der Kunst und The Grove Dictionary of Art, sowie allgemeine Künstlerlexika (Internationale Künstlerdatenbanken) Thieme-Becker und De Gruyter Saur (Das Allgemeine Künstlerlexikon, AKL).

Die Konsultation allgemeiner Nachschlagewerke etwa des Brockhaus oder eines dtv-Lexikons sowie Recherchen in Google oder Wikipedia können nur dazu dienen, sich selbst einen allerersten Überblick zu verschaffen. Sie sind keinesfalls Grundlage der fachwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit einem Thema und deshalb auch nicht „zitierfähig".

Recherchieren von Fachliteratur (Bücher, Aufsätze, Katalogbeiträge, Rezensionen etc.)
Die Auseinandersetzung mit der Forschungsliteratur auf breiter Basis kann nur stattfinden, wenn Sie gleichermaßen nach selbstständigen (Monographien) wie unselbstständigen Schriften (Aufsätze, Katalogbeiträge, Rezensionen etc.) recherchieren. Lektüre und Recherche gehen dabei Hand in Hand. Lesen Sie aufmerksam Anmerkungen und Zitate, denn jede Fachliteratur enthält weiterführende Literaturangaben. Notieren Sie sich alle Titel, die Ihnen relevant erscheinen. Wenn Sie in der Bibliothek - und nicht nur zuhause mit Kopien - arbeiten, können Sie gleich überprüfen, ob die Literatur vor Ort vorhanden ist, und sich einen ersten Eindruck verschaffen. Sie sind aber zumeist auch auf Fernleihen angewiesen.
Im Online-Katalog der UB Dortmund (OPAC) und dem KVK (Karlsruher Virtueller Katalog) finden Sie Monographien sowie Zeitschriften, Handbücher und Lexika etc. Unselbstständige Schriften können jedoch nur in den unten aufgeführten Bibliothekskatalogen recherchiert werden. Entweder bestellen Sie die dort gefundenen Titel gleich per Fernleihe oder Sie fahren in die Bibliotheken in der Nähe wie beispielsweise an die Ruhr-Universität Bochum, wenn die gesuchten Bücher oder Aufsätze dort vorhanden sind.
Eine sehr gute Adresse für Fachliteraturrecherche sind die museumseigenen Bibliotheken. Die Buchbestände der Museen richten sich zumeist nach dem Schwerpunkt ihrer jeweiligen Kunstsammlung aus. Bevor Sie diese aufsuchen, informieren Sie sich über die Öffnungszeiten und Besucherordnung sowie über die Sammlungsschwerpunkte. Die meisten Bibliotheken sind öffentliche Einrichtungen, nur einige wenige sind reine Forschungsbibliotheken und erfordern eine spezielle Genehmigung (in Absprache mit der Seminarleitung). Für die Region NRW sind folgende öffentliche Museumsbibliothek mit dem Schwerpunkt auf Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts (auch Neue Medien und Film) hervorzuheben: die „Kunst- und Museumsbibliothek" des Ludwig Museums in Köln, die „Werner Schmalenbach Bibliothek" der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (K20) in Düsseldorf oder auch die Bibliothek des Ostwall Museums im Dortmunder U (mit interaktiven Bildarchiv).
Für die mittelalterliche Kunst sind beispielsweise folgende Kölner Institutionen zu empfehlen: die Bibliothek des Museum Schnütgen (nach Vereinbarung), die Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek (Onlinekatalog) oder die Museumsbibliothek des Wallraf- Richartz-Museums (Bestände aufgenommen in die „Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln"; Onlinerecherche möglich).

Recherche im Online-Katalog der UB Dortmund (OPAC)
Im lokalen Online-Katalog der UB Dortmund können Sie Bücher, Zeitschriften, Mitteilungen etc. recherchieren - und mit dem Lesen beginnen, um weitere Literaturtitel zu finden. Falls Sie Aufsatztitel notiert haben, die in Zeitschriften, Mitteilungen oder Jahrbüchern veröffentlicht sind, geben Sie deren Titel ein, zum Beispiel Zeitschrift für Kunstgeschichte oder die Zeitschrift Fotogeschichte. Überprüfen Sie dann, ob der gewünschte Band oder Jahrgang vorhanden ist. Wenn nicht, dann nehmen Sie Fernleihe bzw. weitergehende Recherche vor (s. folgendes Kapitel).

Die UB Dortmund bietet regelmäßig Einführungen in die Benutzung des OPAC an. Nehmen Sie dieses freundliche und kompetente Angebot wahr.

Recherchieren von unselbständigen Schriften
Kein Weg führt an der Recherche zum Beispiel von Aufsätzen, Katalogbeiträgen und Rezensionen vorbei.

OPAC der Universitätsbibliothek der TU Dortmund
Im OPAC der UB Dortmund können Sie ebenso nach selbstständigen wie unselbstständigen Schriften recherchieren. Aber: Kein OPAC garantiert Vollständigkeit.
Im OPAC der UB können Sie über „Einfache Suche" und „Erweiterte Suche" recherchieren. Die „Erweiterte Suche" bietet sich an, wenn Sie eine bestimmte Zeitschrift und/oder einen Aufsatz suchen. Ein Tutorial (unter: http://www.ub.tu-dortmund.de/videotutorials/zeitschriftensuche.html) veranschaulicht den Suchablauf im Video sehr gut. Die UB Dortmund bietet darüber hinaus über ihre Homepage eine fachspezifische Recherche an. Über einen Menüpunkt „Angebote nach Maß" in der oberen Menüleiste gelangen Sie zu einer nach Studienbedürfnissen sortierten Übersicht. Wählen Sie dort beispielsweise das Angebot „Studierende im Hauptfach", so gelangen Sie zu „Fachinformationen" und damit zu einer nach Fachgebieten sortierten Seite. Unter „Kunst" erhalten Sie ein übersichtlich nach Nutzungsfunktionen gegliedertes Feld unterschiedlicher Onlinekataloge, Datenbanken und Suchmaschinen. Nutzen Sie bitte diese für Ihre Fachrecherche unbedingt (unter: http://www.ub.tu-dortmund.de/Fachinformation/Kunst.html).
Darüber hinaus können Sie im gemeinsamen OPAC der drei kunsthistorischen Institute Florenz-München-Rom (=OPAC des Kunstbibliotheken Fachverbandes) nach kunsthistorischen Beständen recherchieren. Über die Internetadresse http://www.kubikat.org werden Ihnen die Bestände des ZI (Zentralinstitut für Kunstgeschichte München), des KHI (Kunsthistorisches Institut Florenz) und der BH (Bibliotheca Hertziana Rom) angezeigt. Anhand der entsprechenden Kürzel vor der Signatur (ZI, KHI, BH) können Sie erkennen, in welcher Bibliothek die Literatur vorhanden ist. Sie sollten sich also im Falle einer Signatur, die mit BH beginnt, nicht auf den Weg nach München machen, sondern den Titel gegebenenfalls per Fernleihe über die UB Dortmund bestellen.
Sie werden zum Teil unterhalb der Signaturen den Link „Dokumentenlieferdienst" finden - ein hervorragender Service, wenn es schnell gehen soll, denn die Kopien werden Ihnen nach Wunsch per Post oder als pdf-Datei geschickt. Dieser Service ist allerdings kostenpflichtig. Auf diesen Rechercheseiten finden Sie mitunter auch Hinweise auf käufliche Erwerbsmöglichkeiten des jeweiligen Buches.

BHA (Bibliographie de l'histoire de l'art / Bibliography of the History of Art)
BHA ist die gebräuchlichste Bibliographie, die in englischer und französischer Version erscheint. In der BHA sind Titel von Monographien, Katalogen, Aufsätzen, Rezensionen etc. zu finden, die jeweils innerhalb eines Jahres erschienen sind. Eine Besonderheit der BHA ist die Bereitstellung von Informationen zum Inhalt der jeweiligen Literatur. Die Bibliographie steht im Internet kostenlos zur Verfügung und ist über die Internetseite der UB verlinkt (unter: http://www.ub.tu-dortmund.de/Fachinformation/Kunst.html). Der Bestand bis Jahrgang 1998 befindet sich als CD-ROM-Ausgabe in der UB Dortmund.

Lesen von Forschungsliteratur
Es empfiehlt sich grundsätzlich, in Bibliotheken zu studieren. Wenn Sie primär zuhause und dort mit Kopien arbeiten, geht Ihnen sehr viel verloren. Sie haben zumeist nur Textausschnitte vor sich liegen und markieren einzelne Passagen. In der Bibliothek haben Sie die Möglichkeit, Entdeckungen zu machen. Sie blättern im Buch vor- und zurück, stoßen auf Textpassagen oder Abbildungen, die Ihnen plötzlich die Augen für Zusammenhänge öffnen, oder Sie ziehen ein Buch aus dem Regal, das neben Ihrem gewünschten Titel, nicht aber auf Ihrem Notizzettel steht.

Exzerpieren: Exzerpte sind unerlässlich, um das Gelesene zu verstehen, zu reflektieren und auch zu entscheiden, was wichtig ist. Beginnen Sie immer mit der jüngsten, das heißt aktuellsten Forschungsliteratur und arbeiten Sie sich langsam zur älteren Literatur vor, um sich mit den jeweiligen Forschungspositionen und Forschungsergebnissen vertraut zu machen.

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II Thesenpapier/Handout

Sollten Sie im Seminar ein Referat übernommen haben, dann ist ein Thesenpapier oder das sogenannte Handout eine sinnvolle Ergänzung zu Ihrem Referat aber auch zu Ihrem Portfolio (s. folgendes Kapitel). Es wird vor oder nach dem Referat an Ihre Kommilitonen/innen und die Seminarleitung ausgeteilt und bildet anschließend einen Teil des Portfolios. Es sollte keinesfalls mehr als eine DIN-A4-Seite umfassen.

Das Handout spiegelt nicht den Aufbau des Referates wider. Vielmehr geht es auf den kunsthistorischen Gegenstand ein und enthält Informationen und Thesen (daher auch der Name) zu einem bestimmten Material bzw. zu dem Gegenstand Ihres Referats. Diese haben Sie zuvor in Auseinandersetzung mit der Literatur und des entsprechenden Forschungsstandes gewonnen. Es geht also primär um eine knapp zusammengefasste Vergegenwärtigung und Gegenüberstellung von Forschungspositionen und -ergebnissen.
Die in diesem Zusammenhang wichtigste Literatur wird auf dem Handout vermerkt. Darüber hinaus enthält das Handout in aller Kürze die wichtigsten Angaben zu Ihrem kunsthistorischen Untersuchungsobjekt (Künstler und Lebensdaten, Werk, Datierung/zeitliche Einordnung, Material/Größe, Sammlung/Standort).

Das Thesenpapier/Handout beinhaltet keine Werkbeschreibungen und langatmige biographische Abrisse. Diese sind nur dann sinnvoll, wenn sie Teil der Argumentation bzw. der These sind.

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III Hausarbeit

Umfang/Format
Der Umfang der Arbeit wird von der jeweiligen Seminarleitung festgelegt. Er beträgt in der Regel 12-15 Seiten in den ersten Semestern und 15-20 Seiten in fortgeschrittenen Semestern. Die Seitenzahlen beziehen sich auf den Textkörper. Der Zeilenabstand des Textes, die Schriftgröße sowie der Seitenrandabstand können grundsätzlich individuell gewählt werden, sollten allerdings gute Lesbarkeit und Korrigierbarkeit gewährleisten. Für die Fußnoten-/Endnotengestaltung ist Folgendes zu beachten: die Schrifttype entspricht der des Fließtextes, die Schrift wird jedoch um 1 bis 2 pt kleiner, der Zeilenabstand ist dementsprechend im Verhältnis zum Fließtext kleiner zu wählen.
Folgende Textformatierung kann zu Ihrer ersten Orientierung dienen: Zeilenabstand des Fließtextes von 1,5 Zeilen, Schrifttype 12 pt (bspw. Times New Roman), einen ausreichend großen Seitenrand für Notizen des/der Dozenten/in lassen.

Aufbau der Hausarbeit
Die Hausarbeit enthält das Titelblatt, ein Inhaltsverzeichnis, den Textkörper und einen Anhang. Die Arbeit ist mit Seitenzahlen zu versehen (jedoch nicht auf dem Titelblatt und dem Inhaltsverzeichnis).

Das Titelblatt der Hausarbeit enthält Folgendes: Thema und Dozent/in des Seminars unter Angabe des Semesters, Gegenstand der Arbeit, Verfasser/in, Fächerkombination (Kern- und Komplementfach/Fachsemesterzahl), Adresse und Email, Datum der Fertigstellung oder Abgabe der Arbeit.

Der Textkörper gliedert sich in Einleitung, Hauptteil und Schluss. Die Einleitung informiert knapp über das kunsthistorische Objekt und geht sodann auf das Kunstwerk im Rahmen der Fragestellung und ihrer Begründung ein, skizziert den Aufbau der Arbeit und reflektiert den Forschungsstand. Der Hauptteil beginnt mit einer eigenständigen Deskription des Kunstwerks, die im Anschluss unter der jeweiligen Fragestellung und in Auseinandersetzung mit der Forschungsliteratur erörtert wird. Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bietet gegebenenfalls einen knappen Ausblick.

In den Anhang werden das Literaturverzeichnis, die Abbildungen und der Abbildungsnachweis aufgenommen.

Biographische Angaben zu Künstler/in werden nicht isoliert aufgeführt. Sie sind nur dann sinnvoll, wenn sie argumentativ einbezogen werden, d.h. zur Klärung eines Sachverhaltes beitragen. Eigennamen sollten bei erstmaliger Nennung ausgeschrieben und mit Lebensdaten in Klammer versehen werden, wie etwa Rembrandt van Rijn (1606-1669). Erst im fortlaufenden Text wird der Künstler Rembrandt bezeichnet.

Sprache
Die Hausarbeit sollte hinsichtlich Rechtschreibung und Grammatik fehlerfrei sein. Es ist auf eine klare und sachliche Sprache zu achten. Gedankengänge und Argumente werden durch Absätze voneinander getrennt. Grundsätzlich ist darauf hinzuweisen, dass ein Satz noch kein Absatz ist. Abkürzungen wie z.B. und u.a. sind im Fließtext zu vermeiden. Es empfiehlt sich die Benutzung des Dudens. Auch das Korrekturlesen von Freunden/innen sowie Kommilitonen/innen ist äußerst hilfreich, denn Geisteswissenschaft lebt vom Gespräch, von Anregung und Kritik.
Als Richtlinie für die Einschätzung Ihrer eigenen sprachlichen Leistung beachten Sie bitte Folgendes: mehr als fünf orthographische und grammatikalische Fehler pro Seite berechtigen den Prüfer zur Rückgabe der Arbeit mit der Auflage einer Überarbeitung.

Abbildungsverweise im Text
Abbildungsverweise werden in den Text integriert und in runde Klammern gesetzt (Abb. 1). Sie sind an der Stelle zu vermerken, an der ein bestimmtes Werk angesprochen wird, zum Beispiel am Anfang einer Beschreibung und nicht erst an deren Ende.

Anmerkungen (Fuß- oder Endnoten)
Der Textkörper ist mit Anmerkungen in Form von Fuß- oder Endnoten zu versehen. Sie sind ausgewiesene Stellen innerhalb der Arbeit, wo der Fließtext durch Kommentare und Ergänzungen erweitert werden kann, womit die Wissenschaftlichkeit der Arbeit wesentlich begründet wird.
Anmerkungen enthalten vor allem aber auch die wissenschaftlich unverzichtbaren Literaturnachweise der im Fließtext indirekt oder direkt zitierten Forschungsmeinungen. Eine nicht deutlich als Zitat (direktes oder indirektes) gekennzeichnete Textstelle ist bereits Plagiat.
Es gibt verschiedene standardisierte Formen der Literaturnachweise in Fuß- und Endnoten, grundsätzlich ist jedoch zu beachten, dass nur eine der möglichen Formen für die gesamte Arbeit anzuwenden ist, des Weiteren sind die Literaturangaben immer mit genauer Seiten- oder Spaltenzahl zu versehen.
Die Literatur kann in den Anmerkungen abgekürzt zitiert werden (Name, Erscheinungsjahr, genaue Seiten- oder Spaltenzahl). Die abgekürzt zitierte Literatur wird anschließend im Literaturverzeichnis aufgelöst.
In folgenden Kapiteln wird Ihnen eine mögliche Form der Literaturnachweise in Fuß- oder Endnoten sowie ihre Auflösung im Literaturverzeichnis vorgestellt.

Beispiel:
Anmerkung: Welzel 2003, S. 13.
Literaturverzeichnis: Welzel, Barbara: Das „Goldene Wunder"
     im kulturhistorischen Kontext.
In: Das „Goldene Wunder" in der Dortmunder Petrikirche.
Bildgebrauch und Bildproduktion im Mittelalter (Dortmunder
Mittelalter-Forschungen 2). Hg. von Barbara Welzel/Thomas
Lentes/Heike Schlie. 2. erw. Aufl. Bielefeld 2004, S. 13-35.

Nicht eigens nachzuweisen ist Allgemeinwissen, das vorausgesetzt werden kann wie Rom liegt am Tiber oder Versailles war das Schloss des französischen Königs Ludwig XIV. Falls Sie im Einzelfall unsicher sind, setzen Sie lieber einen Nachweis mehr als einen weniger.

In den Anmerkungen wird alles belegt, was nicht Ihr eigenes Gedankengut ist. Eine solche Überprüfbarkeit ist wesentlicher Teil wissenschaftlichen Arbeitens und schmälert die Eigenständigkeit Ihrer Arbeit nicht. Der Verzicht auf Literaturnachweise ist hingegen Plagiat.

Zitate
Mit wörtlichen Zitaten, die möglichst den Originalpublikationen zu entnehmen sind, sollte sparsam umgegangen werden. Wörtliche Zitate sind im Text eigens hervorzuheben (z.B. durch „doppelte Anführungszeichen" oder Kursivschrift) und in einer bibliographischen Anmerkung nachzuweisen. Wenn Zitate eine Länge von drei Zeilen überschreiten, sollten sie als Absatz eingerückt werden. Auslassungen in Zitaten werden durch drei Punkte in eckigen Klammern kenntlich gemacht [...].

Wenn Zitate oder Paraphrasen aus der Literatur oder aus dem Netz nicht nachgewiesen werden, so gilt auch das als Plagiat. Es liegt im Ermessen des Prüfers, eine solche Arbeit zurückgegeben.

Literaturverzeichnis
Im Literaturverzeichnis wird nur die Literatur aufgeführt, die im Rahmen der Hausarbeit benutzt und folglich in den entsprechenden Anmerkungen zu finden ist. Abgekürzte Literatur wird im Literaturverzeichnis alphabetisch und sodann chronologisch aufgelöst.

Beispiel:
Angenendt, Arnold: Heilige und Reliquien. Die Geschichte ihres Kultes vom frühen Christentum bis zur Gegenwart. 2. Aufl. München 1997.

Büttner, Nils: Geschichte der Landschaftsmalerei. München 2006. 

Welzel, Barbara: Stadt der Bilder. In: Ferne Welten - Freie Stadt. Dortmund im Mittelalter. Ausstellungskatalog Dortmund 2006 (Dortmunder Mittelalter-Forschungen 7). Hg. von Matthias Ohm/Thomas Schilp/Barbara Welzel. Bielefeld 2006, S. 31-37.

Das Literaturverzeichnis sollte mindestens sieben Titel in ersten Semestern und zwölf Titel in fortgeschrittenen Semestern aufführen. Die Skala ist nach oben offen, was nicht bedeutet, dass eine komplette Bibliographie erstellt werden soll. Das Literaturverzeichnis setzt sich nicht nur aus Monographien, sondern auch aus unselbständigen Schriften wie Aufsätzen, Katalogbeiträgen, Rezensionen, Artikeln fachspezifischer Lexika etc. zusammen. Als nicht fachspezifisch wissenschaftlich und daher nicht als wissenschaftliche Literatur anerkannt werden allgemeine Lexika wie der Brockhaus sowie Nachschlagewerke im Netz wie Wikipedia. Diese dienen nur der allerersten eigenen Orientierung.

Abbildungen
Abbildungen dienen nicht der Illustration, sondern sind visuelle Hilfestellungen bei der Argumentation. Sie verweisen auf die Originale und sollten daher im Text nicht übergangen, sondern im deutlichen Bezug zum Text stehen. Sie können entweder in den Text integriert oder als Anhang beigefügt werden.
Es genügen Fotokopien von guten Vorlagen. Die wichtigsten Angaben (Abb. 1: Künstler, Titel des Werks, ggf. Ansicht, Datierung, Ort/Sammlung oder Abb. 2: Architekt, Bauwerk/Ansicht, Ort, Datierung) sind unterhalb der Abbildung zu vermerken. Die Bildlegende kann hier auch ausführlicher angelegt sein, das heißt zusätzlich Angaben zu Material und Größe beinhalten. Sofern Sie aber die gekürzte Version wählen, ist die ausführliche Legende in den Abbildungsnachweis aufzunehmen.

Beispiel für eine vollständige Abbildungslegende mit Literaturnachweis:
Abb. 1: Jan van Eyck, Der Genter Altar mit geschlossenen Flügeln, 1432, Öl auf Holztafeln, je 146,2 x 51,4 cm, Gent, St. Bavo (Gombrich 2001, S. 237, Abb. 155).

Abbildungsverzeichnis
Sollten Sie sich im Abbildungsteil nicht für die vollständige Bildunterschrift mit Literaturnachweis entscheiden haben, so enthält das Abbildungsverzeichnis in numerischer Reihenfolge (Abb. 1: ..., Abb. 2: ...) den Literaturnachweis aller Abbildungen mit genauer Angabe der Seitenzahl und der Abbildungsnummer (ggf. auch der Tafelnummer, z.B. Taf. 1).

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IV Zitieren von Literatur

Die folgende Auswahl dient als Vorschlag zur ersten Orientierung. Dies gilt ebenso für die Zitierweise, denn auch im Falle der Interpunktion gibt es mehrere Möglichkeiten. Sie müssen sich jedoch für eine entscheiden. Grundsätzlich gilt: Wenn Sie die Forschungsliteratur aufmerksam, auch im Hinblick auf die Zitierweise lesen, erhalten Sie ausreichend Einblick. Sie können auch einschlägige Fachzeitschriften konsultieren, wie z.B. die Zeitschrift für Kunstgeschichte.

Selbständige Schriften

Monographien
Büttner, Nils: Geschichte der Landschaftsmalerei. München 2006.
Tümpel, Christian: Rembrandt in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten (Rowohlts Monographien 251). Reinbek 1977.
Mehrere Auflagen:
Kruft, Hanno-Walter: Geschichte der Architekturtheorie. Von der Antike bis zur Gegenwart. 3. Aufl. München 1991.
Bis zu drei Autoren*:
Autor/Autor/Autor: Titel, ggf. Untertitel. Ort Jahr.
Mehr als drei Autoren*: 
Autor u.a.: Titel. Ort Jahr.
* Dies gilt auch für Herausgeberwerke und Autoren unselbständiger Schriften.

Besonderheit: Reihentitel
Bickendorf, Gabriele: Die Historisierung der italienischen Kunstbetrachtung im 17. und 18. Jahrhundert (Berliner Schriften zur Kunst 11). Berlin 1998.
Buberl, Brigitte (Hg.): Conrad von Soest. Neue Forschungen über den Maler und die Zeit um 1400 (Dortmunder Mittelalter-Forschungen 1). Bielefeld 2004.

Herausgeberwerke
Welzel/Lentes/Schlie 2003
Barbara Welzel/Thomas Lentes/Heike Schlie (Hg.): Das „goldene Wunder" in der Dortmunder Petrikirche. Bildgebrauch und Bildproduktion im Mittelalter (Dortmunder Mittelalter-Forschungen 2). Bielefeld 2003.

z.B. Kongressakten/Festschriften:
Wanderungen: Künstler, Kunstwerk, Motiv, Stifter (Beiträge der 10. Tagung des Arbeitskreises deutscher und polnischer Kunsthistoriker in Warschau 25.-28.9.2003). Hg. von Ma?gorzata Omilanowska/Anna Straszewska. Warszawa 2005.

Dissimulazione onesta oder Die ehrliche Verstellung. Von der Weisheit der versteckten Beunruhigung in Wort, Bild und Tat. Festschrift zu Ehren von Martin Warnke. Hg. von Michael Diers u.a. Hamburg 2007.

Ausstellungskataloge
Peter Paul Rubens. Barocke Leidenschaften. Ausstellungskatalog Braunschweig 2004. Hg. von Nils Büttner/ Ulrich Heinen/Barbara Welzel. München 2004.

Bestandskataloge
Einblicke. Das 20. Jahrhundert in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf. Hg. von Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen Düsseldorf. Ostfildern-Ruit 2000.

Falls Herausgeber nicht bekannt:
Titel. Ausstellungskatalog Ort Jahr.

Unselbständige Schriften

Aufsätze
Welzel, Barbara: Kunstvolle Inszenierung von Natürlichkeit. Anmerkungen zu den Blumenstilleben von Jan Brueghel d.Ä. In: Künste und Natur in Diskursen der Frühen Neuzeit. Hg. von Hartmut Laufhütte (Wolfenbütteler Arbeiten zur Barockforschung 35). Wiesbaden 2000, S. 549-560.

Barck, Joanna: Die Leidenschaft des Films für das Foto: Truffaut und seine Liebe(n). In: Foto-Leidenschaften. Hg. von Katharina Sykora/ Ludger Derenthal/ Esther Ruelfs. Marburg 2006, S. 194-208.

In einer Zeitschrift:
Wettengl, Kurt: Bill Viola. Room for St. John of the Cross. In: Das Münster, 52 Jg., 2/1999, S.151-158.

Katalogbeiträge
Böhme, Hartmut: Gehäuse des Unsichtbaren: Timm Rauterts Fotografien der Dritten Industriellen Revolution. In: Timm Rautert: Gehäuse des Unsichtbaren. Katalog des Ruhrland-Museums Essen. Essen 1992, S. 88-93.

Lexikonartikel
Schlosser, H.: Art. Daniel. In: Lexikon der christlichen Ikonographie. Hg. von Engelbert Kirschbaum. Sonderausgabe Freiburg u.a. 1994, Bd. 1, Sp. 469-473.

Rezensionen
Erben, Dietrich: Rezension von: Stefan Schweizer: Zwischen Repräsentation und Funktion. Die Stadttore der Renaissance in Italien (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 184). Göttingen 2002. In: Journal für Kunstgeschichte, 10, 2006, Nr. 2, S. 135-138.

Welzel, Barbara: Rezension von: Hans Belting/Christiane Kruse: Die Erfindung des Tafelbildes. München 1994. In: Arbitrium, 1, 1997, S. 49-53.

Primärliteratur

Quellen
Gedruckte Quellen
Lomazzo, Giovanni Paolo: Idea del tempio della pittura. Mailand 1590.

Archivalische Quellen/Handschriften
Schedel, Hartmann: Liber chronicarum. Nürnberg 1493 (München BSB*, 2 Inc.c.a. 2921*).

Schedel, Hartmann: Handschrift, um 1465 (München BSB, Clm 522*).

(*BSB = Bayerische Staatsbibliothek München; *2 Inc.c.a. 2921 bzw. Clm 522 = Signatur)

Quelleneditionen (Ed.)/Nachdrucke

Vasari, Giorgio: Le vite de'più eccellenti pittori scultori ed architettori [1568]. Ed. Milanesi. 9 Bde. Florenz 1906 (Nachdruck Florenz 1981).
Alberti, Leon Battista: Über die Baukunst. Ed. Max Theuer. Wien 1912 (Nachdruck Darmstadt 1991).

Digitale Publikationen

CD-ROM/DVD-ROM ?
Das Halle'sche Heiltum. Reliquienkult und Goldschmiedekunst der Frührenaissance in Deutschland (Theiss-Geschichtsmomente). Handschriften aus bayerischen Bibliotheken auf CD-ROM. Hg. vom Haus der Bayerischen Geschichte und der Hofbibliothek Aschaffenburg. Stuttgart 2002.

Im Netz ?
Escherich, Mark: Zur Problematik der Denkmalpflege bei Bauten der 1960er und 1970er Jahre. Eine Bestandsaufnahme. PDF-Datei. In: Kunsttexte.de. 2005, Nr. 1, 11 S. Unter: http://www.kunsttexte.de/download/denk/escherich.pdf [Datum des letzten Zugriffs]

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