AESOP@BILDWECHSEL

Kunststudierende präsentieren Malerei

ab dem 15. November 2017

 

 

Eröffnung

Mittwoch, 15. November 2017, um 11.30 Uhr

Dezernat 2, Wilhelm-Dilthey-Straße 2

 

 

AUSSTELLENDE

SASCHA BLANK | STELLA DITTRICH | LINA HASSBARGEN | ALINA FALKE | REBEKKA HARTKOPF | LARA LANGE | JAMIN PAMIN SARAH RUDDIES | SUSANNE SCHÜTZ | JASMIN SCHWIENTEK ALEXANDRA WEBER

 

 

Mit dem Sommersemester 2018 startete der Lehrbereich Malerei an der TU Dortmund eine Reihe von Seminaren zu dem Projekt "Aesop@TU-Dortmund". Die Seminare dienen der bildnerischen Reflektion des Verhältnisses von Mensch und Tier. Unser Verhältnis zum Tier, zu den Tieren spiegelt unser Verhältnis zur Natur insgesamt. 

Ausgewählte Ergebnisse werden ab dem Wintersemester 2017/18 in Ausstellungen der Reihe BILDWECHSEL an der TU Dortmund gezeigt und zur Diskussion gestellt.

 

 

Kuratiert von

Prof. Tillmann Damrau | Seminar für Kunst- und Kunstwissenschaft

Prof. Dr. Barbara Welzel | Prorektorin für Diversitätsmanagement

 

 

Mit dem Sommersemester 2018 startete der Lehrbereich Malerei an der TU Dortmund eine Reihe von Seminaren zu dem Projekt "Aesop@TU-Dortmund". Die Seminare dienen der bildnerischen Reflektion des Verhältnisses von Mensch und Tier. Unser Verhältnis zum Tier, zu den Tieren spiegelt unser Verhältnis zur Natur insgesamt. Dabei dominieren häufig zwei alternative Perspektiven; einerseits die rousseauistische Verklärung des Naturzustands als eines normativen, weil zivilisatorisch noch nicht angetasteten Glückszustands, andererseits aber auch jene, zum Beispiel durch Samuel von Pufendorf (1632-94) vertretene Position, wonach das kreatürliche Glück am Ende durch die hegende Zivilisierung der „rohen“ Natur erreicht werde. Gerne wird das Bild einer ungezähmten, aber intakten Natur konfrontiert mit einem instrumentellen, bloß an Machbarkeiten orientierten Zugriff auf diese. Motive der Zähmung des Wilden und der Befreiung des Natürlichen von zivilisatorischen Fesseln charakterisieren dieses Spannungsverhältnis von intakter und kultivierter Natur, von Natur und Kultur. Es dürfte kaum Schwierigkeiten bereiten, die Spur dieses paradoxen Naturbegriffs in den heutigen, mit Homöostasen und Ökologien befassten Diskussionen zu verfolgen.

 

Affen zum Beispiel sind uns Menschen nahe, schon genetisch. Der Schimpanse, Pan Troglodytes, ist unser nächster Verwandter unter den Tieren, große Teile seines Genoms ist mit dem unseren identisch. Diese Nähe hat auch die Populärkultur immer wieder inspiriert. Zum Beispiel einen Roman, eine Fernsehserie und eine ganze Reihe von Filmen, die alle den Titel »Planet der Affen« variieren und – vielleicht noch populärer – die Figur des Riesenaffen »King Kong«. Zwar distanzieren wir uns vom Affen, „einen Affen haben“ oder „sich zum Affen zu machen“ gilt als eher suboptimal. Am Ende ist uns der Affe jedoch auch nahe, weil wir eine kreatürliche Verbundenheit von Mensch und Affe wahrnehmen – „Orang Utan“ bedeutet „Waldmensch“ im Malaiischen. Insofern wundert es nicht, dass Alexander Kluge in seinem jüngsten Buch »Kongs große Stunde« eine besondere Kraft identifiziert: »KONG« nämlich. »KONG« ist jene „Kraft, die [...] eingeboren ist in die Evolution der Menschen. SIE MÜSSEN DAS, WAS SIE LIEBEN, BESCHÜTZEN.“ 

 

Eines der ältesten, uns überlieferten Kunstwerke ist ein Fabelwesen – der aus dem Stoßzahn eines Mammuts geschnitzte „Löwenmensch“ aus der Stadel-Höhle am Hohlenstein auf der Schwäbischen Alb. Die eindrucksvolle, um die dreißig Zentimeter hohe Skulptur befindet sich im Ulmer Museum. Bis heute variiert die Kunst das Motiv des Übergangs von Mensch zum Tier als Motiv eines magisch-instrumentellen Zugriffs auf die Natur einerseits und als Form der Sinnbildlichkeit andererseits, die es erlaubt, im Bild des Tieres ein Bild des Menschen zu entwerfen. 

 

So geht es in der Auseinandersetzung mit den Fabeln des Aesop nun zuallererst nicht darum, diese noch einmal zu illustrieren, sondern sie vielmehr zum Ausgangspunkt eines bildnerischen Fabulierens zu machen, welches das Verhältnis von Mensch und Tier vor dem Hintergrund unseres Naturbegriffs reflektiert und dabei insbesondere auch den Residuen des Magischen in diesem Verhältnis nachgeht.

 

Ausgewählte Ergebnisse der Seminare werden ab dem Wintersemester 2017/18 in Ausstellungen der Reihe „Bildwechsel“ an der TU Dortmund gezeigt und zur Diskussion gestellt.

 
 

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